Die Großkatzen Auffangstation



Der Staatszirkus der DDR, bestehend aus den Zirkusunternehmen Aeros, Busch und Berolina, wurde nach der Wende liquidiert und alle übriggebliebenen Tiere verkauft oder abgegeben. Jahrzehntelang haben diese Tiere Millionen von Menschen weltweit begeistert und erfreut. 

Im Dezember 1999 waren noch 4 Tiger (Bengalen und Sibierer) aus diesem Bestand übrig. Sie sollten, wenn nicht eine Lösung auf dem schnellsten Wege gefunden würde, getötet werden. Das konnten wir Wildparkleute nicht begreifen.
Durch die Zusammenarbeit mit engagierten Partnern wurde erreicht, dass für die Tiger eine Großkatzenaufffangstation entstand, in der sie großzügig untergebracht werden konnten.

Vor 100 Jahren durchwanderten noch ca. 100.000 dieser Großkatzen die Wald- und Graslandschaftzwischen Kaspischen Meer und Usuri, Bali und dem Himalaja.

Darf man großzügigen Schätzungen des WWF (World Wide Fund for Nature) glauben, so sind es heute wahrscheinlich noch 7.000. Der größte Teil von ihnen lebt in Schutzgebieten und in zoologischen Einrichtungen. Es wird schwer sein, den Bestand dieser größten aller Katzenarten langfristig zu sichern. Drei der insgesamt acht Tigerunterarten wurden in den vergangenen Jahrzehnten bereits von Menschen ausgerottet. Auf Bali, auf Java und am Kaspischen Meer gibt es keine Tiger mehr. Die Vernichtung der Lebensräume und das Mordgeschäft der Wilderei für den chinesischen Medizinaberglaube schafften die drei Unterarten des Tigers bereits unwiderruflich von unserem Planeten.
Nunmehr sind in freier Wildbahn maximal noch 300 Sibirische Tiger, 20 Südchina- Tiger, 400 Sumatra-Tiger, 1.500 Bengal-Tiger und 1.000 Indochina-Tiger anzutreffen.

Neben dem Engagement für den Schutz der in freier Wildbahn lebenden Tiger ist die Erhaltungszucht in zoologischen Einrichtungen also ein Gebot der Vernunft, auch wenn dies ein teures Unterfangen ist.

Im Wildpark Johannismühle lebten bisher 3 Bengaltiger (Betty, Assam und Abu), der Sibirische Tiger Ruslan und die vom Schweizerischen Tierschutz zu uns gebrachte Tigerin Blockos. Es blieb nicht aus, dass unsere Tiger eines Tages den Weg alles Irdischen gingen.

Nun soll die Anlage, die unter so großen Mühen entstanden ist, weiter in Not geratenen Zirkustieren eine Heimstatt bieten. Zuviele Raubkatzen leben heute noch in oft am Rande der Pleite stehenden Zirkusunternehmen und für die Tiere ist, Gesetz hin, Gesetz her, keine klare Alternative vorhanden.

Löwen

So sind 2006 auch die heute im Wildpark Johannismühle lebenden Löwen Massai und Getchen zu uns gekommen. Engagierte Tierschützern und Förderern des Wildparks Johannismühle ist es zu danken, dass diese wunderschönen Tiere sich in unserer Großkatzenauffangstation bester Gesundheit erfreuen können. Dieses Projekt wird vom Wildpark Johannismühle Förderverein e.V. finanziell unterstützt - werden Sie doch Mitglied oder Pate!!!